Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

abrufbar unter Trading-Treff.de bezieht sich auf den DAX (ISIN DE0008469008 | WKN ) und weitere Wertpapiere.

 

Während der Dow Jones taumelte, doch auf Wochensicht keine Verluste generierte, konnte sich der Deutsche Aktienindex nicht so gut halten. Es standen erneut ein Prozent Kursverlust zu Buche, der den Index an seine mittelfristige Unterstützung brachte. Wie gestaltet sich dies im Chartbild? Folgender Ausblick für die Kalenderwoche 41 soll Ihnen das Trading erleichtern.

 

DAX an wichtiger Chartmarke

Per Saldo war der Verlust in der vergangenen Handelswoche nicht tragisch – das Verhältnis jedoch stimmt nachdenklich. In der durch den Feiertag gesplitteten Handelswoche gab es drei Verlusttage und nur einen Tag mit Kursgewinn im DAX. Die Spanne von 237 Punkten signalisierte dabei noch keine größere Unsicherheit seitens der Marktteilnehmer. Von dieser Range war ich auch in der Vorwochenanalyse ausgegangen:

Als Range favorisiere ich ein Pendeln zwischen 12.120 im Tief und 12.450 im Hoch für die anstehende Handelswoche.

Anbei der Blick auf die Historie der einzelnen Handelstage:

Dabei gerieten die Sorgen um Italien zum Wochenstart in den Hintergrund. War dies noch der entscheidende Belastungsfaktor in der Woche zuvor, so profitierten hier am Montag eher die „Schnäppchenjäger“ von der niedrigen Wocheneröffnung. Nach klassischer Charttechnik formierte sich eine kleine Aufwärtstendenz, die sich auch sehr gut handeln ließ:

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Der Schlusskurs vom Montag konnte am Dienstag dann nicht mehr überboten werden. Ebenso fehlte am Donnerstag die Kraft, sich darüber zu etablieren. So wurde noch einmal das Tief aus Ende September (im Chartbild der Punk 1) getestet und am Freitag dann sogar unterschritten.

Das große Chartbild trat in den Vordergrund und damit die Unterstützung im Tageschart, auf die wir schon Anfang September gespannt schauten. Das damalige Chartbild hole ich somit noch einmal hervor:

Vor oder an solchen markanten Punkten lohnt immer wieder eine kurzfristige Spekulation nach einem festen Trading-Setup. Als Beispiel hatte ich hier eine aufgezeigt:

Letztlich schloss der DAX auf genau dieser Unterstützung den XETRA-Handel in der KW40 – ein wichtiger Punkt, den ich nun noch einmal herausstellen möchte.

 

Gefahr im großen DAX-Chartbild

Die 12.120er-Marke hat, wie im Chartbild aus September gezeigt, eine hohe Relevanz für die DAX-Trader. Hier drehte der Index im Juni und August massiv ab. Der Durchbruch im September setzte Potenzial von rund 300 Punkten auf der Unterseite frei – immerhin mehr, als die aktuelle Handelswoche als Spanne aufwies. Genau darauf spekulieren die Bären an dieser Stelle nun erneut.

Mit Blick auf den Tageschart kann man diese Marke sehr deutlich erkennen:

 

Ein Bruch auf Schlusskursbasis könnte hierbei die runde Marke von 12.000 Punkte schnell in den Fokus rücken und darunter aus Sicht der Charttechnik die Tiefs aus dem Vormonat. Diese „Rutschgefahr“, welche wir im Ansatz bereits nachbörslich kurz gesehen hatten, sähe dann im XETRA-Chart wie folgt aus:

 

 

Mit einer Erholung kann man an dieser Marke natürlich auch jetzt wieder rechnen, doch ist diese im Tageschart sehr begrenzt. Hier deckelt ein Abwärtstrend das Potenzial und zeigt gleichzeitig auf, ab welchem Niveau die Bullen erst wieder aktiver werden könnten:

 

 

Es bedarf somit für ein bullishes Bild einer Überschreitung der 12.400er-Marke. Solange die Hochpunkte im Tageschart fallend sind, bleibt der optisch sichtbare Abwärtstrend intakt.

 

 

Kurzfristiger ist diese Marke jedoch eine Unterstützung. Im Stundenchart ist die Abwärtstendenz der vergangenen Tage sehr gut einzufangen. Sie verlief recht gleichmäßig und trifft in der unteren Ausdehnung auf genau diese große Unterstützung aus dem Tageschart. Eine Chance auf kurzfristige Gegenbewegung und einen Long-Trade?

 

Genau darauf werde ich mich zum Wochenstart fokussieren.

 

Kurzer Blick zur Wall Street

Vergessen darf man weiterhin nicht das Auseinanderlaufen von DAX und Wall Street. Bereits mehrfach angesprochen, könnte es hier zu einer Angleichung kommen. Immerhin verlor der DAX im laufenden Jahr rund 5 Prozent und der Dow Jones steht mit 7,6 Prozent sehr gut da. Dabei muss nicht zwangsläufig der DAX aufholen, sondern auch die Wall Street, momentan eher im Technologiebereich schwach, könnte nach unten driften.

Der Dow Jones als wichtigster Index hat am Freitag gerade so noch einmal einen Unterstützungsbereich aus Ende September gerettet. Zwischenzeitlich sah es deutlich schlechter aus. Das Wochenergebnis von nahezu Null Prozent ist vor diesem Hintergrund fast schon ein Kompliment:

Man muss davon ausgehen, dass dieser Bereich um 26.350 Punkte noch einmal getestet wird und damit rechnen, dass es diesmal zu einem Durchbruch kommen kann. Vorsicht und ein entsprechendes Risikomanagement sind hierbei elementar!

 

Termine der kommenden Handelswoche

Neben der Charttechnik ist ein Blick auf den Wirtschaftskalender notwendig, um entsprechende Kursbewegungen ohne Überraschungen einschätzen zu können. Wie in der Vorwoche die NFP-Arbeitsmarktdaten (Non-Farm Payroll, sie beziffern die Zu- oder Abnahme der Zahl der Beschäftigten in den Vereinigten Staaten im Laufe des Vormonats ohne den Bereich Landwirtschaft)  im Fokus standen, so werden in der kommenden Woche am Donnerstag die EZB-Accounts und der Verbraucherpreisindex der USA für Aufmerksamkeit sorgen.

Mit diesem Ausblick wünsche ich Ihnen eine erfolgreiche Handelswoche – Ihr Bernecker1977 (Andreas Mueller)

 

 

Andreas Mueller ist unter dem Pseudonym „Bernecker1977“ als Trader, Referent und Coach seit 2001 aktiv. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen u.a. auf wallstreet-online seit dem Jahr 2005 in den „Tages-Trading-Chancen“ ein und ist dort Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen. Auf edvideo.info analysiert er den DAX mit Hilfe der Charttechnik. Weitere Informationen erhalten Sie in seinem und auf seinem Blog

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Andreas Mueller / Pressefoto Deutsche Börse AG

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