Bildquelle: edvideo.info

Die Bauzinsen haben sich in den letzten Monaten deutlich von Ihren Tiefs aus dem Sommer 2016 entfernt. Seitdem wurden Darlehen 20 bis 30 Prozent teurer. Doch bei den Wohnungspreise kam dies bisher nicht an. Dort sind weiterhin Steigerungen zu beobachten. Dennoch lässt sich bereits jetzt vermuten, wann das Top erreicht ist.

Die Nullzinsen. In den USA sind die Leitzinsen bereits deutlich vom Nullzins entfernt – in Europa lässt sich die Europäische Zentralbank (EZB) noch Zeit damit. Dennoch ist klar: Auch im Euroraum werden die Zinsen nicht ewig aus dem Leben verschwunden sein. Auch wenn die Auswirkungen nicht eins zu eins bei den Bauzinsen ankommen, gibt es doch einen engen Zusammenhang. Die hat untersucht, welche Auswirkungen mögliche Leitzinserhöhungen der EZB auf die Entwicklung der Wohnungspreise bis 2020 haben. Experten rechnen mit einer solchen Entscheidung Ende diesen beziehungsweise Anfang nächsten Jahres.

Die leichte Zinswende. Sollte die Europäische Zentralbank ihre Nullzinspolitik tatsächlich beenden und den Leitzins leicht anheben, hätte dies Auswirkungen auf die Entwicklung der Immobilienpreise. Eine Leitzinsanhebung von derzeit null auf 0,5 Prozent hätte zur Folge, dass die Zinsen für Wohnbaukredite mit einer Laufzeit von fünf bis zehn Jahren auf rund zwei Prozent steigen würden. In einem solchen Szenario ist mit einer Verlangsamung des Preisanstiegs in den 14 untersuchten Städten zu rechnen. Konkret würde sich Wohneigentum am Beispiel München bis 2020 von aktuell 6.540 Euro je Quadratmeter um 22 Prozent statt um 28 Prozent verteuern. Im Beispielfall Berlin würde der Preisanstieg von aktuell 3.640 Euro je Quadratmeter auf 18 statt 24 Prozent reduziert.

Echte Zinswende. Käme es dagegen zu einer echten Zinswende, also wenn die EZB die Leitzinsen von derzeit null auf zwei Prozent anheben würde, stiege der Marktzinssatz für Hypothekendarlehen bis Ende 2020 auf drei Prozent. In der Folge käme es in allen untersuchten Städten zu einer Stagnation bei den Kaufpreisen. Deutschlandweit würden die Preise für Wohneigentum bis 2020 um 4 Prozent auf 2.560 Euro je Quadratmeter steigen.

FAZIT. Zinsraten ist fast so schwierig wie Roulette. Man hat zwar bestimmte Wahrscheinlichkeiten, aber vermeintlich exakte Prognosen sind eben nicht immer zutreffend. Immobilieninteressierte stehen also vor der Frage: Jetzt suchen und finanzieren oder warten? Am Ende dürften die Folgen egal sein: Entweder bleiben die Zinsen niedrig, dann steigen die Preise (laut Immowelt-Kaufpreis-Prognose bis 2020 um 22 Prozent auf 3.010 Euro je Quadratmeter). Steigen die Zinsen, bleiben die Preise nahezu konstant. Für den einzelnen im besten Fall ein Nullsummenspiel. Wer also wirklich vor hat, zu bauen bzw. zu kaufen, sollte die aktuellen Zinsen nutzen und nicht auf mögliche Änderungen warten. Wer jedoch bereits finanziert hat und sich in den kommenden Jahren mit einer Anschlussfinanzierung beschäftigen muss, sollte darüber nachdenken, ein Forward-Darlehen zu nutzen. Das geht mit einer Laufzeit von bis zu 66 Monaten. Wer konkrete Zahlen wissen möchte, sollte einmal unseren Baufinanzierungsrechner testen. Übrigens beleuchten wir in der nächsten Magazin-Ausgabe (ab 9.4.18 am Kiosk) das Thema Anschlussfinanzierung ausführlich…

In diesem Sinne,
weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage und beim alltäglichen Lebensgenuß

Ihre Edvideo-Gründer
Christoph A. Scherbaum & Marc O. Schmidt

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