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Die mittelständische Beteiligungsgesellschaft (WKN: / ISIN: DE000A0ETBQ4) hatte kürzlich ihre  und diese beinhalten auch die Zahlen ihrer beiden börsennotierten Töchter  (WKN: / ISIN: DE000A2DAM03) und  (WKN: / ISIN: DE000A0MZ4B0). Im Rahmen dieses Zahlenwerks gab MBB auch seine Planungen für den Gewinne für 2018 aus, der zwischen 2,60 und 2,80 Euro je Aktie liegen soll. Naja, sollte, denn nun reduzierte MBB diesen Ausblick wieder. Allerdings nicht aufgrund schlecht laufender Geschäfte, sondern wegen des Anteilsverkaufs bei Aumann. Und was zunächst einmal negativ klingt, ist bei genauerer Betrachtung das Gegenteil, nämlich der Treibsatz zur Zündung der nächsten Raketenstufe.
MBB-Chart:

MBB reduziert Aumann-Anteil auf 38%
Zunächst hat MBB bekanntgegeben, im Rahmen eines beschleunigten Bookbuildingverfahrens 1.703.700 Aumann Aktien zum Preis von 61,00 Euro platziert zu haben. Der MBB-Anteil an Aumann sinkt damit von rund 49% auf 38%, womit MBB größter Aktionär der Aumann AG bleibt und auch zukünftig die Vollkonsolidierung von Aumann im MBB Konzern plant. Was bedeutet, dass die Umsätze MBB zugerechnet werden, bei den Gewinnen am Ende aber 62% als Minderheitenanteile wieder abgezogen werden.

Der Bruttoplatzierungserlös in Höhe von 103,9 Mio. Euro ergänzt die Konzern-Liquidität von 279 Mio. Euro (also inkl. Aumann-Liquidität) und soll für den Ausbau und die Diversifikation des MBB Portfolios genutzt werden.

EPS-Erwartung wird gesenkt
Aber der Anteilsverkauf spült nicht nur Geld in die Kasse, er hat auch weitere Folgen. Denn da MBB nun knapp 11% weniger an Aumann gehören, fließen auch 11% weniger von deren Gewinnen in die MBB-Kasse. Dem entsprechend hat MBB seine gerade bekannt gegebene EPS-Prognose für 2018 gesenkt auf 2018 von 2,30 bis 2,45 Euro je Aktie. Mögliche Unternehmensakquisitionen im laufenden Geschäftsjahr bleiben hierbei unberücksichtigt.

Aumann-Chart:

Die Kritik
Kritiker der Maßnahme bemängeln, dass das KGV von MBB jetzt wieder ziemlich hoch aussieht, denn Aumann ist nicht nur die größte Beteiligung, sondern auch die wachstums- und ergebnisstärkste. Hiervon verbleibt nun weniger bei MBB und das Unternehmen sitze nun auf einem noch größeren Berg an Cash, der keine Erträge einbringe. Bezogen auf die Bewertung nach dem Gewinn, hätte die Aktie also wenig(er) Potenzial als zuvor. Und dass MBB seine Umsatzziele von 750 Mio. Euro von 2022 auf 2020 vorgezogen habe, sei ein schlechter Witz, weil Umsatzwachstum ohne Ergebniswachstum nichts bringt. Eher das Gegenteil.

Die Chancen
Diese Kritik liegt so offensichtlich auf der Hand, dass man einfach mal zwei Schritte weiter denken sollte…

Ein Beitrag von Michael C. Kissig

Er studierte nach Abschluss seiner Bankausbildung Volks- und Rechtswissenschaften und ist heute als Unternehmensberater und Investor tätig. Neben seinem Value-Investing-Blog „“ verfasst Michael C. Kissig regelmäßig eine Kolumne für das „Aktien Magazin“.

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