Bildquelle: HWPH Historisches Wertpapierhaus AG

Historische Wertpapiere sind in Zeiten von Bitcoin und elektronischem Aktienhandel sicher nicht jedermans Sache. Aber für Anleger, die abseites der gängigen Investments unterwegs sein wollen, sind Historische Wertpapiere ein spannendes Objekt. Als haptisches Gut mit Historie und vor allem Wertsteigerungspotenzial interessant.

In der 47. Auktion der HWPH Historisches Wertpapierhaus AG am 20. Januar 2018 in Würzburg kommt nun eines der herausragendsten Historischen Wertpapiere der Finanzgeschichte unter den Hammer: Eine am 15. Juni 1901 ausgegebene Anleihe der United States Steel Corporation (Los 563), ausgestellt und rückseitig signiert von unter den Hammer.

Eine am 15. Juni 1901 ausgegebene Anleihe der United States Steel Corporation (Los 563), ausgestellt und rückseitig signiert von Andrew Carnegie. (Bildquelle: HWPH Historisches Wertpapierhaus AG)

Carnegie galt neben Rockefeller, Astor, Vanderbilt und Morgan als einer der Big Five der amerikanischen Wirtschaftsgeschichte. Und die United States Steel gibt es noch heute. Die Aktie (WKN: / ISIN: US9129091081) ist heute noch immer ein wichtiger US-Titel. Der Konzern wiederum ein wichtiger Player im weltweiten Stahlmarkt.

Original-Signatur von Andrew Carnegie
(Bildquelle: HWPH Historisches Wertpapierhaus AG)

Die Anleihe ist ein einzigartiges Historisches Wertpapier, das auf dem wirtschaftlichen Höhepunkt des seinerzeit drittreichsten Mannes der Welt ausgegeben und später auf sein philanthropisches Meisterwerk, die Andrew Carnegie Free Library of Carnegie, übertragen worden ist! Im Jahr 2000 wurde ein von Carnegie signierter Bond der US Steel mit 125.000 Dollar versteigert. Eines der Top 10 unter den Historischen Wertpapiere weltweit! Das Mindestgebot liegt bei stolzen 25.000 Euro.

Einen Schwerpunkt der Auktion bilden diesmal maritime Wertpapiere aus Deutschland: Das Highlight ist hier eine bisher komplett unbekannte Stamm-Prioritäts-Aktie der Rostocker Actien-Gesellschaft für Schiff- und Maschinenbau aus dem Jahr 1883 (Los 549, Mindestgebot 5.000 Euro). Die Gesellschaft war eines der Vorläuferunternehmen der heute zur MEYER Gruppe gehörenden Gesellschaft Neptun Industrie Rostock (NIR). In Rostock-Warnemünde werden heute noch Flusskreuzfahrtschiffe gebaut. Extrem selten sind auch die weiteren angebotenen maritimen Stücke: Eine Aktie der Braker Schlepp-Dampfschifffahrts-Gesellschaft aus dem Jahr 1853 (Los 551, 3.000 Euro), eine Aktie der Roer-Linie AG (später See- u. Kanalschiffahrt Wilhelm Hemsoth AG, Los 550, 1.000 Euro), eine hochdekorative Aktie des Norddeutschen Lloyd aus dem Jahr 1923 (Los 552, 1.200 Euro) sowie eine Gründeraktie der „Bavaria“ Schiffahrts- u. Speditions-AG aus Bamberg (Los 553, 2.000 Euro).

Stark vertreten sind auch alte deutsche Versicherungsaktien, viele davon zum ersten Mal angeboten. Highlight ist die Gründer-Namensaktie des Rückversicherungs-Vereins der Agrippina (Los 558, 2.000 Euro) aus dem Jahr 1873. Das Papier trägt die Original-Signaturen des General-Direktors H. Garenfeld sowie der Aufsichtsräte Christian Noss (Präsident), I. D. Herstatt und Franz D. Leiden. Namensgeberin der heute zur Zürich Versicherung gehörenden Gesellschaft war Agrippina die Jüngere, Mutter von Kaiser Nero. Der Gründer-Interimsschein der Hamburg-Bremer Allgemeinen Rück-Versicherungs-Gesellschaft (Los 559, 2.000 Euro) sowie das Papier der Hamburg-Bremer Feuer-Versicherungs-Gesellschaft (Los 560, 1.000 Euro) runden das Angebot ab.

Liebhaber modernerer Papiere kommen ebenfalls voll auf ihre Kosten: Das herausragendste Stück ist hier eine Globalaktie des berühmten Versandhandelskonzerns OTTO, die OTTO Aktiengesellschaft für Beteiligungen aus Hamburg (Los 567, 1.250 Euro). Die im Januar 1972 ausgestellte Aktie trägt die Original-Signatur von Dr. Michael Otto, der heute noch Aufsichtsrat der Otto Group ist. Das Stück ist eines der wenigen deutschen Historischen Wertpapiere, das die Original-Signatur einer berühmten Persönlichkeit trägt. Recht jung sind auch die meisten Anleihen, die von Fußball-Clubs begeben wurden. Von Los 516 bis 536 kommen Papiere des 1. FC Köln, des 1. FC Nürnberg, des FC Barcelona, der Armia Bielefeld, der Hertha BSC, des HSV sowie des MSV Duisburg unter den Hammer. Highlight ist allerdings ein Satz aus vier Anleihen des TSV 1860 München (Los 568, 900 Euro). Zusammengesetzt ergeben die vier unterschiedlich gestalteten Papiere einen Löwen.

INFO

Auf der 47. Auktion für Historische Wertpapiere der HWPH AG am 20. Januar 2018 in Würzburg kommen insgesamt 928 alte Wertpapiere zum Ausruf. Die Auktion beginnt um 11.00 Uhr, die Besichtigung der Wertpapiere ist ab 9.00 Uhr möglich. Den Katalog gibt es online unter

Bildquellen: HWPH Historisches Wertpapierhaus AG / edvideo.info

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