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Das Ergebnis der Bundestagswahl 2017 könnte man unter der obigen Überschrift zusammenfassen – zumindest mit Blick auf die sogenannten Volksparteien, die sich vom Urnengang offensichtlich mehr versprochen hatten. Für reichlich Diskussionsstoff ist jedenfalls gesorgt, und zwar nicht nur in den nun anstehenden Sondierungsgesprächen zur Bildung der eher ungeliebten Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grünen. Die Aktienmärkte zeigten sich von dem Auf und Ab in Berlin jedoch reichlich unbeeindruckt, was auch mit daran lag, dass ein anderer Politiker, nämlich US-Präsident Donald Trump, mit einem neuen Vorstoß zur mehrfach angekündigten Steuerreform das Interesse der Marktteilnehmer auf sich zog. Zur Stunde sind zwar noch immer keine konkreten Einzelheiten über das „Riesending“ bekannt, die Aussichten auf den ganz großen Wurf Trumps erzeugten in den vergangenen Sitzungen aber schon mal prophylaktisch neue Bewegung auf dem Parkett:

Klartext in Cleveland

Vor allem der US-Dollar profitierte von den Spekulationen und legte gegenüber dem Euro wieder deutlich zu; am Mittwoch notierte die europäische Gemeinschaftswährung mit 1,1717 auf dem tiefsten Stand seit dem 18. August. Zusätzlich belastet wurde der Euro darüber hinaus auch von Fed-Chefin Yellen, die in ihrer Rede am Dienstag in Cleveland eine (wahrscheinliche) Zinserhöhung im Dezember Gestalt annehmen ließ. Und wie so oft, wenn der € schwächelt, legt der DAX (WKN:  / ISIN: DE0008469008) zu – unbeirrt schnürten die Blue Chips nach oben und durchbrachen dabei erst die hartnäckige 12.600er-Mauer und im Anschluss auch die Barriere in Form der Volumenkante bei 12.630/12.650 Punkten. Am Donnerstag sprang der deutsche Leitindex erstmals seit dem 29. Juni sogar über die 12.700er-Hürde, hervorragende Voraussetzungen also, aus der September- gleich noch eine Oktober-Rallye zu machen! Und es geht sogar noch besser:

Goldener Herbst

Neben bzw. hinter dem DAX schraubte sich der MDAX (WKN:  / ISIN: DE0008467416) auf ein neues Allzeithoch und auch der TecDAX (WKN:  / ISIN: DE0007203275) kletterte auf den höchsten Stand seit 2001. Deutsche Werte sind derzeit offensichtlich durchaus gefragt, und sollte sich das Rad Trump-Steuerreform-starker Greenback in den kommenden Sitzungen weiterdrehen, dürfte sich daran so schnell nichts ändern. Ob es dabei für den DAX, wie bereits an der ein oder anderen Stelle kolportiert, direkt zur 13.000er-Marke und damit auf neue Rekordstände geht, oder ob nicht doch noch ein trendbestätigendes Pullback zwischenzeitlich für tiefere Kurse (und gleichzeitig bessere Einstiegspreise) sorgt, muss wie immer abgewartet werden. Ziemlich sicher scheint jedenfalls: Falls Trump diesmal tatsächlich liefern sollte, können sich die Anleger hierzulande auf einen goldenen Herbst freuen. Und dürften damit so manchem Politiker in Berlin etwas voraus haben.

Ein Beitrag von Sebastian Jonkisch von

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